Deutsche Top-Manager und Diplomaten zurück in Russland

Passagier-Rekord: Mehr als 150 deutsche und europäische Top-Manager und Diplomaten auf Sonderflug nach Russland. AHK-Chef Matthias Schepp fordert Lockerungen der Einreisebeschränkungen.

Deutsche Top-Manager und Diplomaten zurück in Russland

Um 2.27 Uhr war gestern der vierte Manager-Rückkehrflug aus Frankfurt nach Beginn der Corona-Krise am Moskauer Flughafen Domodedowo gelandet. Die Flüge werden von der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) und der Deutschen Botschaft für in Russland tätige deutsche Top-Manager, Technikexperten, Diplomaten und andere Spitzenkräfte organisiert. Mit an Bord waren Führungskräfte von DAX-Konzernen wie Bosch und BMW sowie von mittelständischen Unternehmen, Journalisten, deutsche Diplomaten, aber auch Angestellte der Botschaften der EU, Kanadas, Spaniens und Norwegens in Moskau.

„Wir danken der russischen Regierung, dass sie ein weiteres Mal die Einreise wichtiger Spitzenkräfte ermöglicht hat“, erklärte der AHK-Vorstandsvorsitzende Matthias Schepp. „Nötig ist jetzt aber eine weitere Lockerung.“ Die AHK fordert deshalb, die 14-tägige Pflichtquarantäne abzuschaffen und stattdessen Corona-Tests am Flughafen durchzuführen bzw. vor Flugantritt gemachte Tests aus den Herkunftsländern auch in Russland zu akzeptieren. Desweiteren fordert die AHK, die Zusammenführung von Familien, Ehepartnern und Kindern zu erlauben, die sich aufgrund von Anti-Corona-Maßnahmen seit vielen Monaten nicht sehen konnten. „Da spielen sich in einigen Fällen regelrechte Tragödien ab. Auf dem Spiel steht die Teilnahme am bald beginnenden Unterricht in der Deutschen Schule in Moskau für viele Kinder von Managern und Diplomaten.“

Die Infektionsrate in Russland ist seit Wochen rückläufig und russlandweit sind die meisten im Zuge der Pandemie verhängten Beschränkungen aufgehoben worden. Dennoch gelten weiterhin strenge Ein- und Ausreisebeschränkungen.

Die Beschränkungen führen bei vielen der mehr als 900 AHK-Mitgliedsunternehmen zu erheblichen Schwierigkeiten und laut einer aktuellen AHK-Umfrage zu Verlusten in Milliardenhöhe. Mehrere deutsche Spitzenmanager haben einen unterzeichneten Arbeitsvertrag bei einem Unternehmen in Russland, können allerdings nicht einreisen, weil derzeit keine Arbeitsvisa ausgestellt werden. „Wir fordern die russische Regierung auf, die Ausstellung von Arbeitsvisa wieder in vollem Umfang aufzunehmen,  damit ausländische Manager, die gegenwärtig ohne Visum sind, ihre wichtige Funktionen hier in Russland vor Ort wieder übernehmen können“, so c. Die AHK fordert weiterhin, Managern und Technikexperten die Einreise nach Russland nicht nur einmalig, sondern mehrfach zu erlauben. „Der freie Reiseverkehr von Managern und Technikern wird wie ein zweites Konjunkturprogramm wirken und dringend nötiges Wirtschaftswachstum schaffen“, erklärte Schepp.

Matthias Schepp, AHK-Vorstandsvorsitzende

Wir fordern die russische Regierung auf, die Ausstellung von Arbeitsvisa wieder in vollem Umfang aufzunehmen,  damit ausländische Manager, die gegenwärtig ohne Visum sind, ihre wichtige Funktionen hier in Russland vor Ort wieder übernehmen können. Der freie Reiseverkehr von Managern und Technikern wird wie ein zweites Konjunkturprogramm wirken und dringend nötiges Wirtschaftswachstum schaffen. 

Matthias Schepp, AHK-Vorstandsvorsitzende

Seit der Grenzschließung am 30. März macht sich die AHK stark für eine Einreise deutscher Top-Manager, unter anderem durch zahlreiche Briefe an Kreml und Ministerien sowie ein gemeinsames Schreiben von AHK und anderer Wirtschaftsverbände wie der Association of European Businesses (AEB), der italienischen und französischen Handelskammern sowie der Wirtschaftskammer Österreich an den russischen Premierminister Michail Mischustin. Auf von AHK und Deutscher Botschaft organisierten Lufthansa-Sonderflügen konnten seit Juni mehr als 450 Personen nach Russland zurückkehren, unter anderem Top-Manager von Daimler, Metro, Henkel, Liebherr, Esso, Knauf, Claas, SAP, Globus und Beiersdorf.  

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