GRID-Delegationsreise zu Industrie-4.0-Champions nach Bayern

Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Digitalisierung wird den Menschen niemals komplett ersetzen können. Digitalisierung geht heutzutage am besten gemeinsam mit internationalen Partnern. Diese Lehren zog eine knapp 40-köpfige russische Wirtschaftsdelegation vergangene Woche während ihrer Delegationsreise zu deutschen Industrie-4.0-Champions nach Bayern. Die Reise fand im Rahmen der Deutsch-Russischen Initiative zur Digitalisierung der Wirtschaft (GRID) statt und vereinte die an dieser Initiative beteiligen Unternehmen und Verbände.

GRID-Delegationsreise zu Industrie-4.0-Champions nach Bayern

Zum Auftakt der Reise wurde der Regensburger Softwareentwickler AVL Software and Functions besucht – ein Tochterunternehmen des österreichischen AVL-Konzerns, welcher zu den Weltmarktführern beim Engineering moderner Antriebssysteme zählt. AVL Software and Functions schreibt dafür die Software und entwickelt Technologien für völlig neue Mobilitätskonzepte. Einige dieser Entwicklungen bekamen die Delegationsteilnehmer im Rahmen einer Technologiedemonstration vorgeführt, darunter ein autonom fahrendes Auto. Zuvor wurde mir dem Geschäftsführer von AVL Software and Functions Dr. Georg Schwab diskutiert. Er stellte u.a. das Engagement seines Unternehmens in Russland vor und erläuterte, warum es trotz Sanktionen bereits seit Jahren mit dem russischen GRID-Mitglied Kaspersky Lab kooperiert. Der Hauptgrund dafür liege darin, dass sich die Teams von AVL und Kaspersky menschlich hervorragend verstünden. Das sei immer noch die beste Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Anschließend fuhr die Delegation zur Krones AG ins benachbarte Neutraubling. Krones ist Weltmarktführer für Abfüllsysteme für alle Arten flüssiger Lebensmittel. Dabei ist das Unternehmen seit seiner Gründung familiengeführt und erzielt 90% seiner Umsätze im Ausland – also ein klassischer Hidden Champion. Die Exportorientierung wurde bei einer Führung durch die Endmontagehalle von Krones deutlich, wo alle gezeigten Abfüllanlagen ausschließlich für ausländische Kunden hergestellt wurden. Nach der Werksführung trug Dr. Stefan Schunck (Managing Director) über „Smart Factory“ und Industrie 4.0 vor und erläuterte die globale Digitalisierungsstrategie von Krones.

Am zweiten Tag besuchte die Delegation vormittags das Siemens-Elektronikwerk in Amberg – eine der Referenzfabriken des Siemens-Konzerns im Bereich Industrie 4.0. Bei der Werksführung wurde deutlich, welche großen Vorteile die Digitalisierung bei der Flexibilität und der Reduzierung der Ausschussrate in der industriellen Produktion bietet. Allerdings wurde sichtbar, dass sich komplexe Produktionsvorgänge nicht zu 100% automatisieren lassen, denn die Werkshalle war immer noch gut mit Arbeitern gefüllt.

Nach dem Siemens-Besuch in Amberg ging es zum Werk von MAN Truck & Bus im Norden Münchens. Bei einer Führung durch die LKW-Montagehalle zeigte sich der positive Einfluss der Digitalisierung auf die Vielfalt der Produktvarianten in der Produktion – die sog. Mass Customization. Nach der Werksführung erläuterten Werksleiter Dr. Matthias Meindl und seine Kollegen, wie digitale Technologien nicht nur in die MAN-Werkshallen Einzug gehalten haben, sondern auch bei den dort gebauten LKWs zu einem effizienteren Betrieb und zu mehr Sicherheit für den Fahrer führen.

Auch am dritten Tag blieb die Delegation in München. Sie besuchte das große Forschungs- und Entwicklungszentrum von Siemens im Stadtbezirk Neuperlach. Dr. Alexander Liberov, Präsident von Siemens in Russland, leitete eine Führung durch diesen Standort.

Als Abschluss Delegationsreise folgte ein runder Tisch mit allen Delegationsteilnehmern, den RSPP-Präsident Dr. Alexander Schochin moderierte. Dabei wurden die Ergebnisse der digitalen Transformation bei den GRID-Mitgliedern vorgestellt und Wege zur weiteren Digitalisierung der russischen Wirtschaft aufgezeigt. Auch wurde beschlossen, die Telekommunikationsholding ER-Telecom von russischer Seite aus bei GRID aufzunehmen.

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