Podiumsdiskussion zu Metallverarbeitung: „Made in Russia“ auf dem Prüfstand

Die Lokalisierung der Metallverarbeitung kommt in Russland nur schwer voran. Ursachen dafür sind die strengen Anforderungen der Behörden, die geringe Aufnahmefähigkeit des heimischen Marktes und die aus Sowjetzeiten stammenden Produktionsverfahren. Darum ging es bei der Podiumsdiskussion „Entwicklung der metallverarbeitenden Industrie in Russland“ des Deutsch-Russischen Branchenforums am 22. November in Moskau.

Podiumsdiskussion zu Metallverarbeitung: „Made in Russia“ auf dem Prüfstand

„Der deutsche Markt ist sehr anspruchsvoll und will nicht für minderwertige Maschinen zahlen“, sagte Oleg Kotschetkow, Geschäftsführer des russischen Maschinenbauers StankoMashStroy, der auch nach Deutschland exportiert. Die unzureichende Kooperation der russischen Hersteller sei das größte Hindernis für eine erfolgreiche Lokalisierung in der Werkzeugmaschinenindustrie. Die Ursache dafür liege in der sowjetischen Vergangenheit. Damals sei nämlich üblich gewesen, dass der gesamte Produktionsprozess – von einzelnen Komponenten bis zum Endprodukt – in einem Werk erfolgt.

Als einen „Schlag gegen die Hersteller“ bezeichnete der StankoMashStroy-Chef die von der russischen Regierung festgelegten Anforderungen für den Nachweis des Herkunftssiegels „Made in Russia“. Laut Regierungsverordnung 719 müsse selbst Lkw-Gigant Kamaz „jedes Jahr immer wieder den Beweis antreten, dass er ein russischer Produzent ist“.

Hohe Produktionskosten 
 Die Werkzeugmaschinenindustrie in Russland entspräche nur einem Zwanzigstel der Werkzeugmaschinenindustrie in China, gab Maxim Schachow, Russland-Chef von Schaeffler, zu bedenken. Ihm zufolge denkt der deutsche Zulieferer nicht daran, etwa Lager in Russland fertigen zu lassen. Denn das wäre „wirtschaftlich sinnlos“. „Die Selbstkosten wären um ein Mehrfaches höher als bei einer bestehenden Produktion im Ausland.“ Der Schaeffler-Chef räumte ein, dass einige Komponenten vorerst nicht in Russland lokalisiert werden könnten. Dennoch bleibe Russland dank günstigen Energien, niedrigen Personalkosten und Erfindungsgeist attraktiv für die Investoren.

In die russische Metallverarbeitung sollten auch Importeure, Händler und Engineering-Unternehmen investieren, die eine eigene Produktion auf die Beine stellen möchten, sagte Pawel Belikow, Vorsitzender des Russischen Verbandes der Lieferanten von Metallbearbeitungsmaschinen. Er verwies darauf, dass auch viele deutsche Hersteller zunächst als Händler angefangen hätten.

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