„Politische Spannungen vergehen, die Technologien bleiben“

In Krasnodar ist am gestrigen Montag die AHK-Wanderausstellung „Russland-Meister 4.0“ im Beisein des Gouverneurs Wenjamin Kondratjew feierlich eröffnet worden. Die südrussische Großstadt ist bereits die dritte Station der „Russland-Meister“-Ausstellung auf ihrer Reise von Kaliningrad nach Wladiwostok.

„Politische Spannungen vergehen, die Technologien bleiben“

Dass eine Delegation aus der Partnerstadt Karlsruhe jeden Herbst beim Stadtgeburtstag auf dem zentralen Puschkin-Platz zur Verkostung von Brezeln und deutschem Bier lädt, hat sich unter den Krasnodarern mittlerweile herumgesprochen.

Doch nur wenige Einheimische wissen, dass ihre Region noch enger mit Deutschland verbunden ist. In Krasnodar sind Dutzende deutsche Unternehmen tätig, darunter Branchengrößen wie der Landmaschinenhersteller Claas, der Baustoffproduzent Knauf oder der Chemiekonzern BASF. Rhenus errichtet gerade ein Logistikzentrum für eine Milliarde Rubel (zwölf Millionen Euro) in der russischen Schwarzmeerregion. Insgesamt mehr als 55 Millionen Euro hat die deutsche Wirtschaft in den letzten Jahren in die Region investiert.  

„Tue Gutes und rede darüber“, besagt ein deutsches Sprichwort - und es ist auch das Motto der Wanderausstellung „Russlandmeister 4.0“.

Die großflächigen Fotos waren bereits vor der offiziellen Eröffnung zum Blickfang für Passanten geworden. Einer von ihnen ist Andrej Glasew, Ingenieur und gebürtiger Krasnodarer. „Was ihr tut, ist gut, denn die politischen Spannungen werden vergehen und die Technologien werden bleiben“, sagt er.  Unternehmen wie der Landmaschinenbauer Claas oder der Saatgutproduzent KWS seien ihm bekannt, ergänzt der Ingenieur. Aber von den vielen anderen Firmen habe er bisher noch nie gehört. „Ich wusste nicht, dass es in Russland so viele deutsche Werke gibt!“

Wenige Minuten vor der feierlichen Eröffnung ist der Platz bereits voller Menschen. Gouverneur Weniamin Kondratjew betritt die Bühne, um ein Grußwort zu sprechen: „Wir sind bereit, das Investitionsklima zu verbessern, damit sich die deutschen Unternehmen hier wohler fühlen. Die gemeinsame Arbeit beginnt mit solchen Ausstellungen, die dann zu grandiosen Ergebnissen führen.“ 

Dr. Ralf Bendisch berichtet anschließend kurz über die Geschichte des Claas-Werkes in Krasnodar. Das deutsche Unternehmen ist der Hauptsponsor der Ausstellung. Ralf Bendisch ist nicht nur Claas-Russlandchef, sondern auch Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Krasnodar. Am Ende richtet Perry Neumann einige Worte an das Publikum. Er ist der Generaldirektor von Kuehne+Nagel in Russland, die das Projekt als Logistikpartner unterstützt. 

Die Sonne strahlt an diesem Herbsttag, als der Gouverneur zusammen mit den Partnern dieses Projekt symbolisch das rote Band durchschneidet. Ein Vater und seine zwei kleinen Söhne schauen auf die Bilder von Porsche, HeidelbergCement und Siemens. Voller Stolz erzählt der Vater, dass der Sapsan der schnellste Zug in Russland ist. Und er hat recht: Sapsan ist ein russischer Zug, der nach deutscher Technologie gebaut wurde.

Die Podiumsdiskussion „Nachhaltige Landwirtschaft“ im Hampton by Hilton Hotel rundete den ersten Tag der „Russland-Meister“-Ausstellung in Krasnodar ab. Neben Vertretern deutscher Firmen nahmen Gouverneur Weniamin Kondratjew an der lebhaften Diskussion teil. 

Die Ausstellung „Russlandmeister 4.0“ ist Teil des Deutsch-Russischen Themenjahres „Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung“, das unter der Schirmherrschaft der Außenminister Heiko Maas und Sergej Lawrow steht. Ziel des Projekts ist es, in politisch schwierigen Zeiten eine Brücke zwischen Deutschland und Russland zu bilden.

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