Bellerage Alinga: „Schuldsuche ist fehl am Platz, wenn dir das Ergebnis nicht passt“

Der Erfolg vieler Beratungsunternehmen in den vergangenen Jahren basiert auf ihrer Bereitschaft, in die Automatisierung von Geschäftsprozessen zu investieren. Bellerage Alinga gehört zu den drei besten Anbietern im Finanz-Outsourcing in Russland und kümmert sich um das Backoffice seiner Kunden, damit diese auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. Im Interview mit der AHK Russland spricht der geschäftsführende Gesellschafter Alexander Bykow über die neuesten Branchentrends, Unternehmensprinzipien und den idealen Kunden.

Bellerage Alinga: „Schuldsuche ist fehl am Platz, wenn dir das Ergebnis nicht passt“

Dieses Interview stammt aus unserer jährlichen Publikation „100 Fragen und Antworten zum Russlandgeschäft“. (2021). In Interviewform schildern die in Russland tätigen Unternehmen ihre je persönliche Sicht auf ihre Branche und den russischen Markt.


Auf Ihrer Website steht, dass Bellerage Alinga als Teil der XLNC International Alliance den Kunden eine breite Palette von Outsourcing-, Beratungs- und Prüfungslösungen anbietet. Können Sie uns in einfachen Worten erklären, was es damit auf sich hat?

 Wenn ein internationales Unternehmen in den russischen Markt eintritt, muss es sich registrieren, bei Bedarf ausländische Fachkräfte anstellen, eine Buchhaltung führen und weitere rechtliche Fragen klären. Das ist genau das, was wir tun: Wir bieten den Unternehmen alle Back-Office-Dienstleistungen an, außer Büroreinigung (lacht).

Welche Unternehmen sind noch Mitglieder von XLNC International und warum haben Sie entschieden, sich dieser Allianz anzuschließen? 

Der Hauptsitz von XLNC befindet sich in der Schweiz. Die Allianz besteht aus über 300 Unternehmen aus mehr als 40 Ländern. Der größte Vorteil dieser Allianz ist der Zugang zu internationaler Fachkompetenz. Das heißt, wenn beispielsweise ein japanisches Unternehmen in den russischen Markt eintreten will und sich an uns wendet, können wir uns jederzeit an unsere japanischen Partner wenden, um eine professionelle, auf Besonderheiten zugeschnittene Rechtsberatung zu erhalten.

Wie ist der Firmenname Bellerage Alinga entstanden?

Bellerage ist unser historischer Name, Alinga hieß ein Konkurrent, mit dem wir vor etwa drei Jahren fusioniert haben, und so heißen wir heute. Zumindest im Augenblick.

Sie sind nun schon seit 22 Jahren auf dem russischen Markt tätig. Auf welche Leistungen ist das Unternehmen seitdem besonders stolz?

Besonders stolz sind wir auf unseren aktuell dritten Platz im Expert-RA-Rating in der Kategorie Buchhaltungs- und Steuer-Outsourcing.

Wer sind heute Ihre wichtigsten Kunden?

90 Prozent der wichtigsten Kunden sind internationale Unternehmen, die in Russland tätig sind. Zum Beispiel der deutsche Bekleidungs- und Schuhhersteller s.Oliver, der legendäre amerikanische Motorradhersteller Harley Davison, der französische Bahnkonzern SNCF und viele andere.

Was ist die größte Herausforderung, der sich das Unternehmen heute stellen muss?

Zum einen sind wir noch nicht an erster Stelle im Expert-RA-Ranking, was bedeutet, dass es noch Raum für Verbesserungen gibt. Zum anderen setzen wir uns ständig Ziele, um die Qualität der Dienstleistungen für unsere Kunden zu verbessern.

Wie hat sich die Coronakrise auf Ihre Branche und speziell Ihr Unternehmen ausgewirkt?

Ich kann nicht sagen, wie sich die Krise auf die gesamte Branche ausgewirkt hat. Wir hingegen sind um etwas mehr als 20 Prozent über das Krisenjahr hinaus gewachsen. Das lässt sich einfach erklären. Erstens gab es einen Zustrom an Kunden, die von teureren Wettbewerbern zu uns kamen. Zweitens kamen Unternehmen zu uns, die ihre eigene Buchhaltung aufgegeben hatten, weil sich das Outsourcing als die wirtschaftlich sinnvollste Lösung erwies.

Apropos Wettbewerb: Wie groß und stark ist er in Russland in Ihrem Bereich?

In Russland gibt es etwa zehn ernstzunehmende Akteure auf dem Markt für Buchhaltungsdienstleistungen. Dies sind Unternehmen, die in die Automatisierung von Geschäftsprozessen investiert haben.

Was sind die aktuellen Trends in der Branche?

Der wichtigste Trend ist heute die Digitalisierung. Diejenigen, die sich weigern, in die Automatisierung von Geschäftsprozessen zu investieren, bleiben zurück und werden vom Markt verdrängt. Dieser Trend wurde ursprünglich von Banken angestossen: Tinkoff, Sberbank usw. Ähnlich wie die Banken hatten wir 2010 mit Bellerage Online unsere eigene Plattform auf die Beine gestellt. Es ist ein Instrument, mit dem unsere Kunden ihre Finanz- und Verwaltungsprozesse schnell und bequem steuern können.

Gibt es ein Grundprinzip, an dem Sie sich bei ihrer Arbeit orientieren? 

Es gilt ein ehernes Prinzip: Wenn Sie mit einem Ergebnis nicht zufrieden sind, sollten Sie nicht nach einem Schuldigen suchen. Entscheidend sind eine Nachbesprechung und eine Analyse der eigenen Fehler.

Wie sehen Sie die Zukunft des Unternehmens in den kommenden fünf Jahren?

Ich wünsche mir über die Buchhaltung hinaus eine aktive IT-Ausrichtung, damit. unsere Einnahmen im IT-Bereich höher liegen als die des Buchhaltungsoutsourcings.

Was kennzeichnet eine ideale Führungskraft?

Eine Führungskraft muss analytisch denken, inspirieren und faire Entscheidungen treffen. Das ist wohl das Wichtigste.

Wer ist der ideale Kunde?

Natürlich die deutschen Unternehmen (lacht). Ich schätze alle unsere Kunden, aber ich mag deutsche Kunden, weil sie einen guten Service zu schätzen wissen und bereit sind, dafür zu zahlen und ihr Wort halten.

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