Branchenforum-Diskussion: „Revolutionäre Pläne“ von Siemens und „intelligente Lokalisierung“

Die Lokalisierung in Russland und damit einhergehende Probleme sowie der Trend zum nachhaltigen Wirtschaften und erneuerbare Energien waren Themen der ersten Podiumsdiskussion beim 4. Branchenforum der AHK am 22. November. Die Lokalisierung der Produktion ist für manche Unternehmen jedoch nicht das endgültige Ziel – Siemens-Russlandchef Alexander Liberow gewährte Einblicke in die „revolutionären“ Pläne seines Unternehmens.

Branchenforum-Diskussion: „Revolutionäre Pläne“ von Siemens und „intelligente Lokalisierung“

Eine große Herausforderung für Russland heutzutage ist laut Jewgenij Gribow, Abteilungsleiter Maschinenbau im Ministerium für Industrie und Handel, die Herstellung moderner Anlagen für den Umstieg auf erneuerbare Energie, insbesondere für die Wasserstoff-Produktion. Das Land arbeite aber schon aktiv daran. „Wir begrüßen zudem den Wunsch unserer deutschen Kollegen auf die Lokalisierung solcher Anlagen“, sagte Gribow bei der Podiumsdiskussion „Entwicklung einer leistungsstarken Zulieferindustrie in Russland“.

Wirtschaft schneller als Politik 
 Die Wirtschaft habe schneller als die Politik erkannt, dass man auf grüne Technologien setzen müsse, betonte AHK-Vorstandschef Matthias Schepp. Auch die Politik in Russland habe inzwischen den Schalter umgelegt. Ein Beweis dafür sei die Rede des russischen Staatschefs Wladimir Putin auf dem Sankt Petersburger Wirtschaftsforum 2021. Dem stimmte auch Hans Jürgen Wio, Vizepräsident von Transmashholding International AG, zu. Viele Deutsche würden denken, dass Umweltschutz in Russland keine Rolle spiele, so Wio. Doch in Russland beobachte er gerade einen Trend zu mehr Umweltschutz, und zwar nicht nur in der Politik, sondern auch in der Bevölkerung.

Lokalisierung kein ausschließlich russisches Phänomen 
 Auch die Lokalisierungsanforderungen der russischen Regierung sieht der Transmashholding-Vizechef nicht als Drangsalierung ausländischer Unternehmen. „Die Lokalisierung ist kein russisches, sondern ein weltweites Phänomen“, unterstrich er. In manchen Ländern seien die Anforderungen noch strenger. VW-Chef Stefan Mecha warb wiederum für eine „intelligente Lokalisierung“ mit Chancengleichheit zwischen russischen und lokalisierten ausländischen Unternehmen. Wenn die lokale Produktion zu teuer werde, dann sinke auch das Potenzial, Fahrzeuge auf dem russischen Markt zu verkaufen. Der VW-Chef sei aber guter Dinge, dass man in Russland bald auch Elektromobilität sehen werde.

„Revolutionärer Schritt“
 Siemens-Russlandchef Alexander Liberow lobte die Lokalisierung als Mittel zur Entwicklung von Technologien und einer guten Zuliefererbasis. Ein „revolutionärer“ Schritt, den Siemens zusammen mit russischen Unternehmen machen wolle, sei die Entwicklung von Hightech-Produkten in Russland. Dabei solle kein ausländisches Produkt nach Russland eingeführt und lokalisiert werden, sondern von Grund auf gemeinsam mit deutschen Partnern vor Ort entwickelt werden. So wolle Siemens zusammen mit der Russischen Eisenbahnen AG (RZD) bis 2028 einen Schnellzug mit einer Geschwindigkeit von 360 Stundenkilometer mitentwickeln, der zwischen Moskau und St. Petersburg verkehren soll.

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