Einzelhandel in der Pandemie: Warum Russland die Corona-Krise gut meistert

Wie hat die Corona-Krise den Einzelhandel in Russland beeinflusst? Welche Lehren mussten Unternehmen aus der Krise ziehen? Experten haben diese und andere Fragen beim fünften Gesprächssegment zum Thema “Auswirkungen der Pandemie und Entwicklungsperspektiven“ während des Deutsch-Russischen Branchenforums am 22. November mit konkreten Beispielen erörtert.

Einzelhandel in der Pandemie: Warum Russland die Corona-Krise gut meistert

„Die Corona-Pandemie hat für uns keine Umstellung bedeutet, sondern war ein förderndes Momentum“, betonte René Picard, Geschäftsführer von Otto Group Russia. Der Schwerpunkt seines Geschäfts liege hundertprozentig beim Online-Handel im Fashion-Bereich. Trotzdem beobachte er gerade eine „epochale Veränderung im russischen Markt“:  2020 hätten virtuelle Marktplätze stark an Bedeutung gewonnen, derzeit würden sechs „relevante Marktplätze in Russland“ „unglaublich viel“ in unterschiedliche Bereiche investieren.

 Allerdings erwartet Picard, dass nicht alle sechs überleben werden. Denn der Umstieg von Retail auf Online-Handel sei sehr herausfordernd, es brauche dafür besondere IT-Prozesse und Logistikstrukturen.

Auch Wladimir Gontscharewitsch, stellvertretender Geschäftsführer des Onlinehändlers OZON, wies auf gewisse Vorteile durch die Pandemie hin: „Mit der Pandemie ist der von uns anvisierte maximale Wachstumspunkt nähergekommen.“ Ozon habe in erster Linie das hohe Niveau seiner Dienstleistungen aufrechterhalten wollen, was auch gelungen sei. 

Allerdings brachte die Corona-Zeit auch Herausforderungen wie logistische Einschränkungen oder die Impfplicht mit sich. „Die Problem fehlender Lagerräume hat eine neue Realität geschaffen“, so Gontscharewitsch weiter. Daher habe OZON eine neue Strategie entwickeln müssen, die eine stärkere Vor-Ort-Präsenz in verschiedenen Teilen des Landes voraussetzt. 

Prognosen schlimmer als Realität
 Zu Beginn der Corona-Pandemie seien die Prognosen noch düster gewesen, sagte Nikita Kusnezow, Leiter der Abteilung für die Entwicklung des Binnenhandels im russischen Industrie- und Handelsministerium. Viele dieser Voraussagen hätten sich aber glücklicherweise nicht bewahrheitet: Der Einzelhandelsumsatz 2021 übertreffe den von 2019. Auch in der Logistik gebe es weniger Probleme als erwartet: Sein Ministerium habe sich nicht einmal um festsitzende Lkw-Transporte in den Regionen kümmern müssen. In der Gastronomie sei die Lage jedoch angespannter: Der Umsatz hier sei etwa vier bis fünf Prozent geringer als 2019. Doch unterm Strich habe Russland trotz aller Schwierigkeiten die Corona-Krise gut gemeistert.

Feedback
Kontakt
Business-Center Fili Grad, Beregovoy Proezd 5A K1, Etage 17, 121087 Moskau. Fili
Google Map
Telefon:

+7 495 234 49 50

Fax:

+7 495 234 49 51

Danke für Ihre Anfrage!