Nord Stream 2: Gabriel weist US-Einmischung entschieden zurück

Zwar steht die Nord Stream 2 kurz vor Fertigstellung, doch der Streit um die Ostseepipeline geht weiter. Der ehemalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) zeigt sich allerdings gelassen gegenüber dem Gezerre um die Gasleitung: Auch in der Vergangenheit hätten die Amerikaner vergeblich versucht, sowjetische Pipelines zu verhindern. Dass sich die USA in das europäische Pipeline-Projekt einmischen, hält er für inakzeptabel.

Nord Stream 2: Gabriel weist US-Einmischung entschieden zurück

Er rechne nicht mit einer Verschärfung der Sanktionen gegen Nord Stream 2 im August, sagte Gabriel in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Der ehemalige deutsche Chefdiplomat ist derzeit der Vorsitzende der Atlantik-Brücke – einer überparteilichen Vereinigung, die sich seit Jahrzehnten für das transatlantische Verhältnis einsetzt. 

Die ersten Sanktionen gegen deutsch-russische Pipelines habe es bereits 1962 und dann wieder in den 1970er Jahren gegeben, betonte er weiter. Diese seien aber damals mit demselben Argument aufgehoben worden, welches „Biden umtreibt, nämlich: Wir können doch nicht wegen einer Pipeline das Verhältnis zu unserem wichtigsten Alliierten in Europa kaputt machen.“

Gabriel zeigte sich zuversichtlich, dass die zuständigen Arbeitsgruppen Lösungen erarbeiten würden. Dazu gehörten Garantien für die Ukraine, möglicherweise auch Kompensationszahlungen, da Kiew den Wegfall seiner Transitgebühren befürchtet.  

Die Debatte um Nord Stream 2 bezeichnete der Ex-Bundesaußenminister als „nicht ganz transparent“: So sei ihm nicht klar, warum russisches Erdgas, das durch die Jamal-Pipeline via Polen fließe, nicht problematisch sei. „Warum ist das eigentlich gutes russisches Erdgas und Nord Stream schlechtes?“ Auch die Amerikaner hätten kein Problem damit, Schweröl von Russland zu kaufen – und zwar ungefähr in der gleichen Menge wie die deutschen Erdgasimporte aus Russland.

Das letzte Wort habe auf jeden Fall Europa: „Wir Europäer können entscheiden, ob wir Nord Stream haben wollen oder nicht. Aber was nicht geht, ist, dass wir eine Gesetzgebung schaffen, die dann sozusagen von einem außereuropäischen Partner mit Sanktionen angegriffen wird. Nord Stream kommt dann, wenn die Europäer es wollen.“

Zuvor hatte Matthias Warnig, CEO der Nord Stream 2 AG, angekündigt, dass der Bau der Gasleitung aller Voraussicht nach bereits Ende August abgeschlossen werde. Mittlerweise seien 98 Prozent der Pipeline fertig gestellt. 

Quelle: Deutschlandfunk

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