Russlands Arktis-Strategie: Investitionen, Tatkraft und Pragmatismus

Der nördliche Seeweg ist eine Verkehrsader, die nicht nur die russische, sondern auch die globale Wirtschaft und Logistik verändern könnte.

Russlands Arktis-Strategie: Investitionen, Tatkraft und Pragmatismus

Die russische Arktis ist zweifelsohne ein strategisches Gebiet mit hoher Investitionsattraktivität. Gegenwärtig fließen rund zehn Prozent aller Investitionen in Russland in die arktische Region: Im Jahr 2020 waren es immerhin 1,5 Billionen Rubel. 

Alexej Tschekunow, russischer Minister für die Entwicklung des Fernen Ostens und der Arktis, sagte auf dem diesjährigen Wirtschaftsforum in St. Petersburg, dass mittlerweile Projekte in der Arktis-Zone umgesetzt werden, die vor kurzem noch als unmöglich galten. „Wir stehen kurz vor einem Wendepunkt, wenn wir in der Lage sein werden, nahezu über das ganze Jahr die Schifffahrt auf der nördlichen Seeroute zu ermöglichen“, merkte Tschekunow an. 

Das Volumen des Frachtverkehrs über den nördlichen Seeweg hat sich in den vergangenen sechs Jahren um das Achtfache erhöht und belief sich 2020 auf knapp 33 Millionen Tonnen. Erreicht wurde dies durch den Aufbau einer Flotte von Frachtschiffen der Arktis-Klasse. Bis 2025 soll der Gütertransport in der Nordostpassage auf 80 Millionen Tonnen gesteigert werden.

"Das Frachtumschlagsvolumen auf dem nördlichen Seeweg ist 2020 trotz der Turbulenzen in der Weltwirtschaft wegen der Corona-Krise gestiegen. Das ist ein Beweis für das Interesse an der neuen Route, die die Lieferzeiten von Frachten aus Asien nach Europa deutlich verkürzt", sagte Wladimir Nikitenko, Direktor Filiale Nordwest, Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK). 

Moskau hat ein Paket von Strategiepapieren für die wirtschaftliche Entwicklung der arktischen Regionen in den kommenden Jahrzehnten geschnürt. Die russische Regierung schreitet dabei pragmatisch und konsequent zur Tat und setzt Infrastruktur- und Industrieprojekte um. Russland baut nicht nur Atomeisbrecher der neuen Generation, sondern lockt auch Investoren mit Steuervergünstigungen, vereinfachten Bürokratie und Subventionen für den Infrastrukturbau an. Außerdem können die Teilnehmer von Arktis-Projekten staatliche Fördermittel und Vorzugsfinanzierungen beantragen.

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